Bäcker Thiele backt Mitarbeiter selbst.

Das Göttinger Tageblatt berichtete am 4. Februar 2006 im Wirtschaftsteil

Weender Unternehmen beim Wettbewerb „Beschäftigung gestalten“ nominiert / Festakt in Berlin
Die Göttinger Feinbäckerei Thiele gehört zu den 14 nominierten Firmen beim Wettbewerb „Beschäftigung gestalten – Unternehmen zeigen Verantwortung". Gestern verlieh Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) im Ministerium in der Berliner Wilhelmstraße 49 die Preise.

Von Michael Caspar

Berlin. „161 Firmen haben an dem Wettbewerb teilgenommen. Unsere Unternehmerinitiative TeamArbeit für Deutschland organisierte ihn gemeinsam mit dem Bundesarbeitsministerium und mit Unterstützung der Gewerkschaften bereits zum zweiten Mal“, berichtete der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG Gunter Thielen. Die Teilnehmerzahl sei angesichts der eng gefassten Fragestellung hoch, so der Manager, der die 16-köpfige Jury leitete.

„Kleine Handwerksbetriebe und große Konzerne aus allen Teilen Deutschlands haben sich beworben“, wusste Thielen. Ziel des Wettbewerbs sei es, „herausragendes beschäftigungspolitisches Engagement“ von Firmen der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Durch die Würdigung wolle die Initiative andere Firmen zum Nacheifern anspornen.

Ausbildung zur Ausbildung

Bundesarbeitsminister Franz Müntefering lobte insbesondere Modelle, die Jugendliche nicht von der Schulbank „in die Arbeitslosigkeit fallen lassen“. So bietet die Leverkusener Bayer AG, einer der sechs Preisträger, Jugendlichen mit mäßigem Schulabschluss eine Ausbildung zur Ausbildung an. Müntefering hob auch Unternehmen wie die Bremer Containerterminal- und Logistikgruppe Eurogate hervor, die grundsätzlich nur langzeitarbeitslose Jugendliche ohne Ausbildung einstellt.

Der Minister mahnte die Unternehmer, „für ordentliche Arbeit ordentliches Geld“ zu zahlen. Das Soziale mache die Marktwirtschaft nicht schwach, sondern stark. Er freue sich, dass es Firmen gebe, die nicht auf Konsolidierung setzten, sondern aus der Defensive herauskämen. Der Bundesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, Jury-Mitglied Michael Sommer, zeigte sich erfreut, dass es in einer Zeit, in der Entlassungen, Betriebsdemontagen und Schließungen „wie eine Seuche“ um sich griffen, auch gute Nachrichten gebe.

Keinen Preis erhielt die Bäckerei Thiele, die in der Kategorie „Integration besonderer Zielgruppen“ für ihr Ausbildungsangebot zur Integration junger alleinerziehender Mütter nominiert worden war. „Das Angebot bildet einen Aspekt in unserem Mitarbeiterqualifizierungskonzept“, erläuterte die geschäftsführende Gesellschafterin Katja Thiele-Hann. Den Anstoß, es aufzulegen, hätte 1998 die Übernahme von zwei anderen Bäckereien sowie mehreren Verkaufsstätten in Supermärkten gegeben. Damals sei ihr und ihrem Mann, Geschäftsführer Michael Hann, der Fach- und Führungskräftemangel in ihrem Unternehmen schmerzhaft bewusst geworden. Auf dem Arbeitsmarkt hätten sie nicht die passenden Mitarbeiter gefunden.

Von jetzt an backen wir uns unsere Mitarbeiter selbst“, beschloss das Ehepaar. „Seither stellen wir jedes Jahr bis zu 13 Lehrlinge ein“, berichtete der Betriebsratsvorsitzende Horst Küchemann, der die beiden Geschäftsführer nach Berlin begleitete. Beim Festakt war auch der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen, Andreas Gliem, zugegen. „2005 hat Thiele bereits die höchste Auszeichnung im Handwerk, den Heribert-Späth-Preis gewonnen“, betonte Gliem.

Lehrstellen für Mütter: Feinbäckerei Thiele

Eigentlich wollte ich im Einzelhandel arbeiten oder etwas mit Kindern machen. Aber da bekam ich überall nur Absagen“, berichtete Jennifer Konstabel (20, im Bild) bei der Diskussionsrunde am Vorabend der Preisverleihung „Beschäftigung gestalten“. Der Grund: Sie sei mit 17 Jahren Mutter geworden. Arbeitgeber hätten Fehlzeiten wegen Krankheiten ihres Sohnes oder Betreuungsproblemen befürchtet. Thiele habe ihr jedoch einen Ausbildungsplatz zur Bäckereifachverkäuferin angeboten.

Jennifer Konstabel„Sind Sie eine barmherzige Samariterin?“, erkundigte sich Moderatorin Meike Rademaker, Financial Times Deutschland, bei der geschäftsführenden Gesellschafterin, Katja Thiele-Hann. Die lachte. „Ich schätze junge Mütter als Mitarbeiterinnen, da diese reifer und verantwortungsvoller sind als Gleichaltrige“, erklärte die Unternehmerin. Ihre Bäckerei bemühe sich auf Initiative der Volkshochschule Göttingen verstärkt um diese Gruppe. 75 Prozent der 330 Thiele-Mitarbeiter seien Frauen. mic


Heribert-Späth-Preis.

2004 erhält Thiele die nach dem langjährigen Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks benannte...
mehr >>

Deichmann-Förderpreis.

Das vorbildliche Ausbildungskonzept für Jugendliche mit Startschwierigkeiten wird augezeichnet.
mehr >>

THIELE erhält Ausbildungs-Ass.

Die Bäckerei THIELE erhält im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin den goldenen Preis "Ausbildungs-Ass 2007".
mehr >>


365 Orte im Land der Ideen.

Im “Haus der Zukunft“ in der Hennebergstr. 12 in Göttingen/Weende hilft das Unternehmen Thiele unter anderem sozial...
mehr >>

Wir sind Schulbetrieb!

Wir sind ein Schulbetrieb und haben ab Dezember 2013 eine Schulpartnerschaft mit folgenden Schulen: Schule am...
mehr >>

Wir sind TOPAS zertifiziert!

Sinkende Zahlen an Nachwuchskräften und zunehmende Abwanderungstendenzen qualifizierter Arbeitnehmer sind aktuell die...
mehr >>